Silicon Valley, Frankfurt, Tel Aviv – Jüdischer Innovationsgeist als Erfolgsmodell

Drei Erkenntnisse des Abends:

Mit rund 8 Millionen Einwohnern auf einer Fläche so groß wie Hessen ist Israel einer der kleinsten Staaten der Erde und befindet sich seit seiner Gründung fast ununterbrochen im Ausnahmezustand. Trotz der schwierigen Ausgangslage – umgeben von Feinden und ohne nennenswerte Ressourcen – ist das Land eine hochentwickelte Volkswirtschaft. Israel ist ausgesprochen innovativ, bietet Start-Ups und internationalen Konzernen im High-Tech-Bereich einen idealen Standort.

Erkenntnis #1: Die schwierigen äußeren Umstände wirken sich auf die israelische Wirtschaft aus.

In Israels Wirtschaft gibt es eine große politische Komponente. Die ständige Gefährdungslage und die breite Verankerung des Militärs in der israelischen Gesellschaft befördern die Spitzentechnologie. Viele junge Israelis sammeln schon während ihres Wehrdienstes erste Erfahrungen im Bereich Cyber-Security und kommen in Kontakt mit hochentwickelter Militär-Technologie. Mit umfassenden praktischen Kenntnissen im High-Tech-Bereich kommen die Wehrpflichtigen dann an die Universitäten.      

Erkenntnis #2: Bildung und Kultur befördern den besonderen Innovationsgeist.

Im internationalen Vergleich sind junge Israelis zum Beispiel im Bereich Cyber-Security top ausgebildet. Die Nähe zur Praxis und der enge persönliche Kontakt zu Unternehmern, auch in den Schulen und Universitäten, erinnern an die Mentalität des Silicon Valley.
„In Deutschland wollen viele Schüler später Beamte werden, in Israel wollen sie Steve Jobs werden, denn die Unternehmer gehen in die Schulen und beeindrucken den Nachwuchs“, brachte es Ram Shoham, Gründer und Geschäftsführer der Accelerator Frankfurt GmbH, auf den Punkt.
Hinzu kommt, dass die Bildung in der jüdischen Kultur schon immer ein wichtiges Statussymbol war: In den jüdischen Gemeinden konnte jeder Lesen und Schreiben. Eine gute Bildung wurde in den kleinen Gemeinschaften, die häufig Minderheiten im jeweiligen Land stellten, immer als wichtiger Faktor für Nachhaltigkeit empfunden.

Erkenntnis #3: Judentum ist nicht nur eine Religion, es ist auch ein „Way of Life“!

Eine besondere Gründermentalität gab es in Israel schon lange bevor das Wort „Start-Up“ überhaupt erfunden wurde. Die Israelis haben eine besondere Entspanntheit, die zugleich im Widerspruch zu ihrer unternehmerischen Zielstrebigkeit steht. Ursprung ist die jüdische Religion und im Besonderen die Einhaltung des Sabbat. Daraus ergibt sich eine auf Tradition begründete Work-Life-Balance, die den Rückzug und die Erholung in der Familie, bei Freunden, im Hobby oder auch im Genuss pflegt.

 

Es diskutierten:

Andrew Steiman, Rabbiner der Henry und Emma Budge-Stiftung

Stefan Kirchmann, Steuerberater und Partner der internationalen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars GmbH & Co. KG

Ram Shoham, Gründer und Managing Director des internationalen Start-Up-Programms Accelerator Frankfurt GmbH

Michael Alt, Unternehmer mit engen Beziehungen zu Israel und Leiter Produktmanagement der telegra GmbH

Dr. Dennis Lips, Mitgründer und Geschäftsführer der Anyon Holding GmbH und ehemaliger Student der Stanford University

Termin
11. Dezember 2017, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
CODE Frankfurt
Frankfurt Center for Comprehensive Medicine GmbH
Goetheplatz 9-11
60313 Frankfurt am Main
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