Engagierter Bürgerdialog zur Bundestagswahl - Teil 1

Die Erkenntnisse des Abends:

Anders als sonst an dieser Stelle üblich wollen wir den gestrigen Abend nicht in den gewohnten „3 Erkenntnissen des Abends“ zusammenfassen. Bei sechs Frankfurter Bundestags-Spitzenkandidaten auf dem Podium und vielen konkreten Fragen aus dem Publikum wäre das auch vermessen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit versuchen wir es stattdessen einmal mit einer kleinen „Zusammenfassung in Zitaten“ – in der Hoffnung, auf diesem Wege die lebhafte Veranstaltung zumindest in Ansätzen nochmal ein bisschen Revue passieren lassen zu können.

Was vorab jedoch allgemein festgehalten werden kann: Alle Podiumsgäste waren sich einig darin, dass die Vielfalt und Internationalität Frankfurts die größten Stärken der Stadt sind. Dieses besondere Alleinstellungsmerkmal müsse um jeden Preis erhalten, genutzt und gestärkt werden. Auch beim Thema Europa herrschte im Allgemeinen große Einigkeit: Das Ziel deutscher Politik müsse immer ein starkes Europa sein – das „Projekt Europa“ dürfe  auf keinen Fall scheitern.

Im Folgenden nun wie angekündigt unsere kleine „Zusammenfassung in Zitaten“ mit einigen ausgewählten (und zum Teil sinngemäß wiedergegebenen) Wortbeiträgen unserer sechs Podiumsgäste:

 

Prof. Dr. Matthias Zimmer (CDU):

„In Berlin darf es nicht um die Individualinteressen einzelner Bürger oder Städte gehen. Wir müssen uns stattdessen um das Allgemeinwohl aller Bürger kümmern.“

„Die Priorität Nr. 1 muss sein: Kein Schulkind darf die Schule ohne Ausbildung verlassen.“

„Bei den Themen Industrie 4.0 und Digitalisierung ist klar: Technologische Innovationen und gute Arbeitsverhältnisse müssen zusammen gedacht werden.“

 

Dr. Oliver Strank (SPD):

„Das wichtigste Thema in Frankfurt ist für mich die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.“

„Wir müssen das ‚Projekt Europa‘ erneuern. Resignation ist keine Option.“

„Wenn wir über Digitalisierung und Globalisierung reden, dann müssen wir auch die soziale Frage anpacken.“

 

Jessica Purkhardt (Bündnis 90/Grüne):

„Das Besondere an Frankfurt ist, dass es hier wirklich ALLES gibt.“

„Wenn ich einen Wunsch für ein Gesetz frei hätte, dann würde ich endlich die Ehe für Alle durchsetzen.“

„Wer die Digitalisierung verschläft, der gerät stark ins Hintertreffen – das gilt auch und vor allem für Frankfurt.“

 

Omid Nouripour (Bündnis 90/Grüne):

„Frei nach den Ghostbusters: Ich engagiere mich in der Politik wegen der ganzen negativen Energie in der Welt.“

„Der größte Fehler meiner Partei in den letzten vier Jahren? In Teilen haben wir der Arbeit der Polizei zu wenig Respekt entgegen gebracht – das muss und wird sich ändern.“

 „Das größte Interesse Deutschlands muss ein starkes Europa sein. Wenn es Frankfurt gut gehen soll, muss es Deutschland gut gehen, muss es Europa gut gehen.“

 

Dr. Achim Kessler (Die Linke)

„Mein Ziel: Kein Mensch darf  in Deutschland unter die Armutsgrenze fallen.“

„Wir haben die (soziale) Sprengkraft des Rechtpopulismus zu lange unterschätzt. Wir müssen es sein, die Lösungen anbieten. Mehr soziale Gerechtigkeit ist die Antwort auf den Rechtspopulismus.“

„Wenn wir über Digitalisierung reden, dann müssen wir auch stärker über Arbeitszeitverkürzung reden und nicht zuletzt die Frage beantworten: Was machen die Menschen, deren Jobs in Zukunft von Maschinen übernommen werden?“

 

Nicola Beer (FDP)

„Ich engagiere mich in der Politik, weil wir mehr ‚German Mut‘ brauchen.“

 „Unsere Kinder müssen in der Schule neben Englisch und Französisch auch die Grundlagen einer Programmiersprache lernen. Wenn wir der Digitalisierung nicht zum Opfer fallen wollen, müssen wir anfangen, sie selbst gestalten.“

„Wir sehen nur noch das Nützliche an Europa. Was wir brauchen ist eine größere Vision, eine positive Erzählung und eine grundlegende Diskussion über unsere europäischen Werte.“

Termin
29. Mai 2017, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
Margarete NM57
Neue Mainzer Straße 57
60311 Frankfurt am Main
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