HUH! Shootingstar Island - oder: Teamspirit für Wirtschaft und Gesellschaft / Sommerfest der Montagsgesellschaft

Drei Erkenntnisse des Abends:

Island ist mit gut 300.000 Einwohnern nicht einmal halb so groß wie Frankfurt. Doch wieviel Prozent aller Frankfurter sind glühende Eintracht-Fans? Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich waren es beeindruckende 10% der isländischen Gesamtbevölkerung, die ihr Team leidenschaftlich vor Ort unterstützten. Und wer erinnert sich nicht an diese Bilder? ...HUH!

Island umgibt zweifelsfrei ein ganz besonderer Charme – und die Isländer ein sympathischer Teamspirit. Welche Auswirkungen haben solche Emotionen auf Wirtschaft und Gesellschaft? Woher nimmt Island dieses kollektive Bewusstsein, das die Gemeinschaft so positiv beeinflusst?

Erkenntnis #1: Island nutzt seine natürlichen Ressourcen.

Island ist heute in einer sehr guten ökonomischen Verfassung. Nachdem man sich mit der Deregulierung des Finanzmarktes und der anschließenden Finanzkrise die Finger verbrannt hatte, begann sich das Land auf seine natürlichen Ressourcen zu besinnen – Fischerei, Energiewirtschaft und eben das besondere Flair. Rund 20% der Exporte werden durch Fischereiprodukte erzielt, Geothermie und Wasserkraft  machen Island zum Vorreiter bei regenerativen Energien. Und der Tourismus tut sein Übriges: Der aktuelle Outdoor-Hype und die einzigartige Landschaft machen Island zur unverkennbaren Marke. Das alles spiegelt sich in den Statistiken wider: Mit über 7% Wirtschaftswachstum im Jahr 2016 ist Island das am schnellsten wachsende Industrieland und Nummer 1 der OECD-Staaten.    

Erkenntnis #2: Die Isländer sind glücklich und Glück ist eine Einstellungssache.

Im vergangenen Jahr löste Island die bislang weltglücklichsten Dänen von Platz 1 der Glücksskala ab. Und Glück – da war sich das Podium einig – korreliert stark mit der persönlichen Einstellung. Die Isländer seien tatkräftig, nach vorne gerichtet und vor allem eine starke Gemeinschaft. Das Gemeinwesen beruhe auf einer geringen emotionalen Distanz, wie sie den meisten urbanen Industriegesellschaften heute fremd ist: Man duzt sich – sogar der Staatspräsident wird geduzt. Zu der flachen Hierarchie kommt hinzu, dass die Unberechenbarkeit der Natur, das raue Leben, die Gemeinschaft eng zusammen schweißt. Und das hat positive Folgen: Die Gesellschaft hält zusammen, weniger als 4% der Isländer sind arbeitslos, nirgendwo auf der Welt leben so wenige Menschen in Armut.

Erkenntnis #3: Island ist so klein, dass jeder in irgendetwas der Beste ist.

Der erstaunlichste Erfolgsfaktor: Die spezifische Kleinheit der isländischen Gesellschaft. „Weil das Land so klein ist, ist automatisch jeder Isländer in irgendetwas der Beste – und das weiß jeder Isländer ganz sicher“, erklärte eine sympathische Isländerin aus dem Auditorium. Wenn jeder Einzelne fest daran glauben könne, in einer bestimmten Sache tatsächlich der Beste zu sein, sorge das für ungeahnte Motivation und für Respekt gegenüber den Mitmenschen. Hier liege das Geheimnis des Teamspirits und der Leistungsfähigkeit des kleinen, sehr erfolgreichen Islands. HUH!

 

Es diskutierten:

Anne Berwanger, Buchautorin

Christian Vogel, Fotograf People      

Dr. Uwe Säuberlich, Honorarkonsul Island

Sascha Schnobrich, Geschäftsführer der Dreieich Sportstätten Betriebs- und Marketing GmbH sowie Leiter Vermarktung und Organisation des „aufstrebenden“ Fußballvereins SC Hessen Dreieich 

Dr. Jürgen Ratzinger, Geschäftsführer IHK Frankfurt am Main

Moderation: Dr. Uwe Böning, Managementberater, Business Coach, Psychologe, geschäftsführender Gesellschafter Böning Consult GmbH

Termin
21. August 2017, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
Nextower
Thurn-und-Taxis-Platz 6
60313 Frankfurt am Main
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