"Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Millionen": Moral und Kommerz im Profi-Sport

Drei Erkenntnisse des Abends: 

Erkenntnis #1: Die astronomischen Summen sind das Ergebnis der Marktmechanismen!

Auch wenn uns bei den Gehältern und Ablösesummen schwindelig wird, haben Sie einen realen, wirtschaftlichen Gegenwert. Vereine müssen ebenso investieren und wirtschaften wie Unternehmen. Trotz der hohen Ausgaben konnten beispielsweise die Vereine in der Fußballbundesliga ihre Eigenkapitalquoten in den letzten Jahren erheblich steigern. So lange der Sport derart begeistert und die Menschen bereit sind, dafür zu bezahlen, sei es für das Sky-Abonement oder den Eintritt im Stadion, werden diese hohen Summen existieren.

Erkenntnis #2: Die Profivereine tragen Mitverantwortung für die Existenzsicherung Ihrer Spieler!

Die astronomischen Summen erzielt nur die absolute Top-Elite der Sportler. Im Durchschnitt verbringt ein Fußballspieler 7,8 Jahre in der 1. Bundesliga und verdient 1,7 Mio. €. Spieler der 2. oder 3. Liga, oder Profis in Handball, Basketball oder Eishockey haben es deutlich schwieriger. Hinzu kommen Verletzungsgefahren, die die Karriere schnell beenden können. Hier müssen die Vereine junge Spieler bei einer langfristigen Lebensplanung betreuen, sie ermutigen Schule & Ausbildung nicht zu vernachlässigen und sich ein zweites Standbein aufzubauen. Der Golfsport steht hier außen vor. Er rekrutiert sich tatsächlich aus mittleren & oberen Bevölkerungsschichten, in denen ein Scheittern der Sportkarriere leichter kompensiert werden kann. Im Gegensatz zu den Mannschaftssportarten gibt es in Deutschland wenige junge Menschen mit dem Ziel Golfprofi zu werden. Durch seine Bespielbarkeit bis ins hohe Alter hält er jedoch Potential als Breiten- und Familiensport bereit.

Erkenntnis #3: In den Profivereinen besteht viel Verbesserungspotential bei der öffentlichen Kommunikation!

Der Sport als zusammenhaltender Faktor ist unbezahlbar. Auch der DFB leistet einen enormen Beitrag zur Integration in unserer Gesellschaft. Die Profivereine müssen sich Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden und sich noch aktiver für Werte wie Zusammenhalt, Integration, Fairness und Respekt einsetzen und sich deutlich positionieren. Bei der Umsetzung können professionelle Strategien für die öffentliche Kommunikation, wie sie auch in anderen Bereichen schon genutzt werden, ein nützliches Werkzeug sein. 


Es diskutierten:

Heribert Bruchhagen, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV und von Eintracht Frankfurt sowie ehemaliger Geschäftsführer der DFL

Raphael Brinkert, Gründer von BrinkertMetzelder und Jung von Matt/sports

Dr. Bernd Kirsten, CEO, Golfino AG

Sebastian Frecke, Geschäftsführer, Handball Sport Verein Hamburg

Die Veranstaltung wurde freundlich unterstützt von THE MADISON Hotel Hamburg. Unseren Besuchern von außerhalb stehen dort Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Information und Buchung: https://madisonhotel.de.

Termin
10. September 2018, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
The Madison Hotel Hamburg
Schaarsteinweg 4
20459 Hamburg
Galerie