Leave or Remain: „This is it. This was it. Oder was is‘ jetzt eigentlich los?” - Was der Brexit für Frankfurt bedeutet

Drei Erkenntnisse des Abends:

Erkenntnis #1: Wirtschaftlich bringt der Brexit ein Bündel an Risiken.

Der Brexit betrifft nicht nur so prominente Themen wie Arbeitnehmerfreizügigkeit oder die Beibehaltung der "grünen Grenze" zwischen Irland und Nordirland. Vor allem unternehmerische Bereiche wie Datenschutz, Umsatzbesteuerung und Zölle sind unmittelbar betroffen. Wertschöpfungsketten stehen vor massiven Veränderungen – die Unsicherheit birgt ein hohes Risiko. Zahlreiche Unternehmen haben das breite Bündel an Risiken noch gar nicht durchdrungen.

Erkenntnis #2: Viele Unternehmen glauben noch immer, der Wahnsinn würde bald gestoppt.

Auf dem Podium war man sich einig: Die Vorbereitungen auf den Brexit laufen bei den großen Unternehmen schon seit geraumer Zeit, allerdings mehr im „Workshop-Charakter“. Sich mit dem Brexit zu beschäftigen, kostet die Unternehmen viel Geld, einen Mehrwert bringt es dagegen nicht. Vor allem die Finanzbranche hat in der aktuellen Niedrigzinsphase eigentlich besseres zu tun, als sich mit den umfassenden Folgen des Brexit auseinanderzusetzen. In guter Absicht hoffen viele Unternehmen – egal welcher Größe – noch immer, dass der Wahnsinn bald gestoppt würde.  

Erkenntnis #3: Auch wenn Frankfurt profitieren kann, der Brexit ist eine bittere Angelegenheit.

Der ganze europäische Kontinent, jede einzelne Metropole bewirbt sich aktuell um ihren Anteil an der zu verlagernden Wertschöpfungskette. Auch Frankfurt kann profitieren: Neben der starken deutschen Volkswirtschaft überzeugt Frankfurt durch die Nähe zu wichtigen Institutionen wie der EZB. Dennoch ist der Brexit eine bittere Angelegenheit. Gesamteuropäisch ist der Austritt Großbritanniens eine Zäsur, welche die meisten Menschen traurig stimmt. Auch wenn ein „No Deal“-Brexit für niemanden Sinn macht – von Stunde zu Stunde steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er dennoch eintritt. Das ist eine missliche Lage.   


Es diskutierten:

Nick Jefcoat, Vorsitzender, Deutsch-Britische Gesellschaft Rhein-Main

Birgit Jürgensmann, Partner, Mazars GmbH & Co. KG

Dr. Christoph Schmitt, Partner, BEITEN BURKHARDT Rechtsanwaltsgesellschaft mbH sowie Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, Stadt Frankfurt am Main

Matthias Heil, Senior Manager , Hoesch & Partner GmbH

Markus Sauerland, Member of the Board sowie Mitglied der Expertengruppe "Brexit", BCCG British Chamber of Commerce in Germany e.V. Rhein-Main

Dr. Wolfgang Gerhardt, Senior Advisor, Frankfurt Main Finance e.V. 

Marcus Schult, Geschäftsführer, Die Kommponisten (Moderation)

Termin
01. April 2019, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
BEITEN BURKHARDT Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Mainzer Landstraße 36
60325 Frankfurt am Main
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